WOHNEN KÖNNEN MÜSSEN nach der Jugendhilfe – zwischen Begleitung und Autonomie
26.02.2026
Workshop “Leaving Care - Vernetzen & Bewegen 6.0”
Bereits zum 6. Mal haben wir vom KLC “vernetzt und bewegt” und gemeinsam mit Andrea Degen von Qualifutura, Axel Pohl von der OST, Pia Labruyer von ÜBER18 und Samuel Keller von der ZHAW unseren Workshop an der Fachhochschule OST in St. Gallen durchgeführt. Dank einer Spende von den Kiwanis St. Moritz konnten wir diesen Workshop für die Teilnehmenden kostenlos anbieten.
Die diesjährige Thematik «WOHNEN KÖNNEN MÜSSEN nach der Jugendhilfe – zwischen Begleitung und Autonomie» hat viele Fachpersonen aus der Praxis, Forschung und Verwaltung sowie Erfahrungsexpert*innen angesprochen und motiviert, sich mit Platzierung und Unterbringung unter dem Aspekt Wohnen auseinanderzusetzen.
Mit fünf spannenden Inputs konnten wir eine gute Basis für angeregte Diskussionen und Austausche schaffen:
Theoretische Rahmung durch Miriam Meuth von der HSLU
wobb – Wohnen, Begleiten, Befähigen von Lukas Eckhardt und Julia Ramseyer
JuBe BS - Anlaufstelle für junge Menschen bis 25 von Madeleine Furrer
Stiftung Domicil – ein Zuhause für alle von Claudia Biagini
Amilcare – Foyer e Centri per Adolescenti von Maura Grossi & Gian Paolo Conelli
➡️ für das Begleiten von Care Leaver*innen in eine SELBSTBESTIMMTE Lebensführung ist das WOHNEN zentral.
Miriam Meuth hat sich im Nachgang an unsere Veranstaltung mit folgenden Worten gemeldet: “Liebes Vorbereitungsteam - herzlichen Dank für die Einladung zum Input und Teilnahme auf eurem thematisch so wichtigen Netzwerktreffen. In meinem Input war es mir wichtig, einen differenzierten Wohnbegriff einzuführen, der sich vom alltagsweltlichen, normativ aufgeladenen und oftmals positiv überhöhten Begriff unterscheidet. So unterscheide ich z.B. Wohnen und Zuhause - letzteres ist nur ein Aspekt von Wohnen und nicht damit gleich zu setzen. Das ist wichtig für Debatten rund um institutionelles Wohnen. Denn Adressat:innen Sozialer Arbeit wohnen und leben in Wohngruppen, in "Heimen". Ob diese Orte aber zu einem Zuhause (auf Zeit) werden oder nicht, ist nur durch die Wohnenden selbst zu entscheiden und einzuschätzen. Ausserdem habe ich dazu angeregt, fachlich für Sebstbestimmung und Befähigung zu sorgen, anstatt mit einem enggeführten, stigmatisierenden und normierenden Konzept von "Wohnunfähigkeit" zu hantieren. Auf dass der ein oder andere Gedanke inspirierend war für all die Praktiker:innen im Raum, die so wichtige Arbeit leisten. Zur zugrunde liegenden Studie: https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/produkte/details/38666-wohnen.html”
Ein herzliches Dankeschön an die rund 50 engagierten Teilnehmenden und Referierenden. Wir nehmen viel mit, haben andere Modelle kennengelernt, sehen Wohnen mit einem anderen Fokus – und bleiben im Dialog für mehr Chancen- und Rechtsgleichheit von Care Leaver*innen.