Gemeinsam gegen Einsamkeit: Forschung, Praxis und Politik im Dialog
18.03.2026
«Gemeinsam gegen Einsamkeit: Forschung, Praxis und Politik im Dialog» im Bundeshaus
Auf Einladung der Parlamentarischen Gruppen «Alter», «Kinder und Jugend» sowie «Care Leaving – ehemalige Heim- und Pflegekinder» trafen sich im Bundeshaus am 18. März 2026 rund 40 Gäste aus verschiedenen Fachorganisationen und Forschende mit Parlamentarierinnen zum Thema Einsamkeit. Wir vom Kompetenzzentrum Leaving Care danken Pro Senectute und SAJV für die gemeinsame Organisation dieses Anlasses.
Einsamkeit betrifft viele – aber sie wird noch zu selten ganzheitlich und transgenerational gedacht. Umso wertvoller war der Dialog zwischen Forschung, Praxis, Politik und Betroffenenperspektiven.
Ein besonders eindrücklicher Moment: der Blitzlicht-Input von Desiree Righetti (Verein Careleaver Schweiz, Netzwerk Region Bern), die die Bedeutung von Einsamkeit aus Betroffenensicht greifbar gemacht hat. Merci!
Unser Dank geht auch an die Inputgeber*innen:
Daniela Schuler (wiss. Projektleiterin bei Obsan), zu den Resultaten aus der schweizerischen Gesundheitsbefragung
Daniel Süss (Jugend- und Medienforscher an der ZHAW), mit Befunden aus der Jugendmedienforschung
Annika Rohrmoser (wiss. Mitarbeiterin Uni Base, Biomedizin-Ethik), zu Massnahmen aus der Einsamkeit
Und ein grosses Dankeschön an die engagierten Parlamentarierinnen, die sich für dieses wichtige Thema Zeit nahmen:
Flavia Wasserfallen für das Grusswort
Sarah Wyss, Patricia von Falkenstein, Christine Bulliard-Marbach für die Diskussion (moderiert von Philipp Loser)
Simona Brizzi und Barbara Gysi für die Teilnahme
Unsere zentralen Take-Aways aus dem Anlass:
🔹Einsamkeit ist ein relevantes Gesundheits- und Übergangsthema
Sie beeinflusst die Gesundheit massiv (ähnlich wie Rauchen und Alkohol!) und zeigt sich besonders stark bei jungen Menschen – eine zentrale Herausforderung auch im Kontext Leaving Care.
🔹Beziehungen und Teilhabe sind entscheidend – online wie offline
Aktive Nutzung von Social Media kann verbinden, passive Nutzung verstärkt oft soziale Vergleiche und Einsamkeit. Gerade für Care Leaver*innen und andere vulnerable Gruppen sind funktionierende Netzwerke – online als auch offline – zentral.
🔹Es braucht gezielte Massnahmen und bessere Koordination
Massnahmen wirken besonders dann, wenn sie spezifisch auf Zielgruppen ausgerichtet sind. Gleichzeitig braucht es eine bessere Abstimmung zwischen Gemeinden, Kantonen und Bund – hin zu einer gelebten nationalen Strategie.
👉 Fazit: Einsamkeit ist kein individuelles Randproblem, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Für Care Leaver*innen zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig stabile Beziehungen, Teilhabe und nachhaltige Strukturen sind.